"SuperStar Korean BBQ" in London

Vor einigen Wochen besuchte ich, gemeinsam mit einer Freundin, für vier Tage das wunderschâne London. Als große Harry Potter und Doctor Who Fans, waren die Harry Potter Studios und ein Besuch bei der Tardis natürlich ein absolutes Muss für uns. Wenn wir aber nicht gerade auf nerdiger Sightseeing Tour waren, galt unser Hauptaugenmerk jedoch Soho. Ganz besonders seinen unzÀhligen koreanischen und japanischen Restaurants.

SuperStar- Korean BBQ.png

Gleich an unserem ersten Tag in London, kurz nach unserer Ankunft gegen 9 Uhr, mussten wir erstmal eine Weile umherwandern, bis wir unser Zimmer im Hostel beziehen konnten. Soho lag relativ nahe und sollte sowieso an einem der Tage von uns erkundet werden. Warum also nicht gleich damit anfangen? Nach ein paar Stunden in Soho machte sich dann der Hunger deutlich bemerkbar, schließlich hatten wir auch noch nicht gefrühstückt. Leider war es noch immer relativ früh am Tag und fast alle Restaurants âffneten erst einige Stunden spÀter.
Mein hungerndes Ich, melodramatisch wie es ist, nahm also schon mal Abschied von der grausamen Welt. Schließelich wΓΌrde ich ganz klar einen qualvollen Hungertod sterben in den Straßen Sohos. WΓ€hrend ich mich also bereit machte dem Ende entgegen zu blicken, entdeckte meine Begleitung das β€œSuperStar Korean BBQ” und sah, wie sie gerade ihre TΓΌren ΓΆffneten.

Das Ambiente

Sowohl von außen als auch von innen, machte das Restaurant einen sehr guten und modernen Eindruck.
So kurz nach Ladenâffnung, waren wir die ersten GÀste und hatten somit freie Platzwahl. Wir entschieden uns für einen Fensterplatz an der Hauptstraße, da konnten wir nebenher die vorbeiziehenden Leute beobachten und die, für uns neue Stadt, ein wenig auf uns wirken lassen. Im Hintergrund lief K-Pop, was zwar auch in Seoul nicht untypisch ist für solche Lokale, mich aber doch immer ein wenig irritiert außerhalb Koreas. Insofern zwar ungewohnt, aber nicht unbedingt unpassend.
Alle Tische hatten einen elektrischen Grill in der Mitte eingelassen und auch ein kurzer Blick auf die Speisekarte zeigte gleich, dass sich dieses Restaurant auf Korean BBQ spezialisiert zu haben schien.

Foto von leyanthal

Foto von leyanthal

Speisekarte

Pros:

  • Übersichtlich

  • Gute Auswahl fΓΌr Vegetarier

  • Auf Korean BBQ abgestimmt

  • EnthΓ€lt auch Sets (Gut fΓΌr Neulinge)

Cons:

  • Nichts

Die Lunch Speisekarte war sehr ΓΌbersichtlich, aber, mit 7 Fleisch Varianten und einer Vegetarischen Alternative, angemessen fΓΌr ein Korean BBQ.
Zum Dinner gab es noch eine etwas umfassendere Karte, die gut auf dem Korean BBQ MenΓΌ aufbaut und sonst eher ein paar ErgΓ€nzungen bereit hΓ€lt.
Wie zB. zusΓ€tzliche Beilagen fΓΌr die Wraps, Kimchi Eintopf oder Mandu. FΓΌr Vegetarier gibt es ΓΌbrigens auch meistens eine entsprechende Alternative ohne Fleisch.

Wir bestellten beide das BBQ Lunch Menü mit Chicken 'Bulgogi', dazu noch Rettich-Kimchi und eine Kanne Grünen Tee für mich, sowie eine Tasse Tee (Honig Quitte) für sie. Zum Lunch Menü gehârte, neben dem Fleisch, eine Schüssel Miso Suppe, Reis und koreanischer Lauchzwiebelsalat (Pamuchim/파무침).

Foto von leyanthal

Foto von leyanthal

GetrΓ€nke und Service

Pros:

  • Schneller Service

  • Origineller Tee (Honig Quitte)

Cons:

  • GrΓΌnen Tee ruiniert

  • Kellner nicht gut ΓΌber's MenΓΌ informiert

Unser Kellner war hΓΆflich, wusste aber nicht so gut ΓΌber das Essen bescheid, als wir Fragen zum MenΓΌ hatten. DafΓΌr hat er unsere Bestellung schnell aufgenommen und die Tees ruckzuck serviert.

Der Honig Quitte Tee meiner Freundin war sehr lecker und angenehm süß.
Mein Grüntee hingegen, war leider eine mittelschwere Katastrophe. Zwar bekam ich für den geringen Preis eine anstÀndige Menge Tee, aber die Zubereitung hat ihn im Grunde ungenießbar gemacht.
ZunÀchst war das Wasser viel zu heiß, was für Grüntee eigentlich schon ein absolutes No-Go ist, da die meisten Wirkstoffe so zerstârt werden. Und dann bemerkte ich, dass die TeeblÀtter lose in einer Kanne ohne Sieb sind. Was bei einer Ziehzeit von durchschnittlich 2 Minuten, schnell zum Problem wird. Nachdem ich mir also meine erste Tasse einschenkte, konnte ich ab da zusehen wie der Rest in meiner Kanne zunehmend bitter wurde. Die zweite Tasse habe ich dann zwar noch probiert, aber musste sie am Ende doch stehen lassen.

Warum ich nicht gleich etwas gesagt habe? Naja, Klischees sind hier das Stichwort. Ich ging davon aus, dass Briten wissen wie man Tee macht und das diese Sorte Grüntee vielleicht tatsÀchlich anders ist. Da versuche ich einmal kein Klugscheißer zu sein und es rÀcht sich gleich ;)

Foto von leyanthal

Foto von leyanthal

Endlich Essen

Pros:

  • Schneller Service

  • Passende Auswahl an Saucen/Dips

  • SchΓΆne PrΓ€sentation

  • Zartes Fleisch

  • Gute Miso Suppe

Cons:

  • Nur eine Beilage (Banchan/반찬)

  • Weitere Beilagen mΓΌssen extra bestellt werden

  • Relativ kleine Portion

  • SalatblΓ€tter auffΓΌllen kostet extra

  • Geschmack zT. sehr "europΓ€isch"

  • Elektrogrill statt Holzkohle

  • EinwegstΓ€bchen statt Edelstahl

Egal, kommen wir zum Essen, deshalb waren wir schließlich da.
Auch hier mussten wir zum GlΓΌck nicht lange warten. Typisch fΓΌr Korean BBQ landeten auch SalatblΓ€tter und 3 verschiedene Dips, mit unserer Bestellung, auf dem Tisch. Jeder von uns bekam eine Zange, EinwegstΓ€bchen (kein Fan), LΓΆffel und dann wurde auch schon der Grill angeheizt. Auf Nachfrage, bekamen wir noch eine Schere fΓΌr’s Fleisch.

Es ist zwar nicht wichtig fΓΌr die QualitΓ€t des Essens, aber ich muss sagen das uns das Geschirr wirklich sehr gefallen hat. Es wirkte ein wenig roh und war etwas auf alt getrimmt, was sehr schΓΆn im Kontrast zur Einrichtung stand. Ja, auf so belanglosen Kram achte ich auch, wenn ich kurz vorm Hungertod stehe.

WΓ€hrend das Fleisch also so vor sich hinbruzelte, begann meine Freundin schonmal mit ihrer Suppe. Ich fΓΌr meinen Teil esse die Suppen gerne erst wΓ€hrend des BBQ. Da hat jeder so seine eigene Vorgehensweise. Geschmacklich war sie auf jeden Fall einwandfrei. ;)

Endlich waren dann die ersten Fleischstücke fertig und wir konnten unsere ersten Salat-Wraps füllen. Anders als erwartet, gab es dazu leider keine zusÀtzlichen Beilagen, was keine allzu große Vielfalt bei der Zusammenstellung der Wraps erlaubt. Dafür war das Fleisch aber immerhin zart und die Soßen lecker. Das Rettich-Kimchi war gut, passte aber aufgrund der großen Stücke auch nicht immer in die Wraps. Da haben sie nicht so gut mitgedacht.
Der Lauchzwiebelsalat (Pamuchim/파무침) war soweit okay, wenn auch etwas fad. Da hÀtte ich mir etwas mehr schÀrfe gewünscht.

superstar_kbbq_served.jpg

Preise

~ BBQ Lunch MenΓΌ mit Chicken 'Bulgogi' pro Person 14,50Β£
~ Kimchi-Rettich 2,50Β£
~ Tasse Honig Quitte Tee 2,50Β£
~ Kanne GrΓΌner Tee 1,60Β£

Jeder von uns hat also umgerechnet ca. 21€ bezahlt.

Fazit

Bewertung SuperStar Korean BBQ.png

Am Ende waren wir mÀßig gesΓ€ttigt und blieben mit einem GefΓΌhl zurΓΌck, dass sich im nachhinein am besten mit dem Wort β€œMeh” beschreiben lΓ€sst.
Ich wΓΌrde nicht sagen das es schlecht war, aber eben auch nicht wirklich gut. Man bekommt durchaus eine Variation vom Korean BBQ, es ist nur halt nicht meine favorisierte.
Das SuperStar Korean BBQ war, alles in allem, auffallend unbeeindruckend und fΓΌr den Preis sogar enttΓ€uschend.
Aber immerhin musste ich am Ende dann doch nicht mehr verhungern.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen dass es sich für Leute lohnen kânnte die noch nie Korean BBQ (in Korea) gegessen haben, da die meisten meiner Kritikpunkte darauf basieren was ich aus Seoul gewohnt bin. Schließlich kann man nicht vermissen, was man nicht kennt.

 

Jetzt bist du gefragt:
Was gehΓΆrt fΓΌr dich zum Korean BBQ unbedingt dazu? Hattest du auch schonmal eine β€œMeh” Erfahrung mit einem Restaurant?

Bis zum nΓ€chsten Mal,
Jacky